Stellungnahme Johannes Höntsch (Pdf)

Stellungnahme zum Projektentwurf ”Pilotprojekt Johanniswacht“

Dresden, den 29. Oktober 2016

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal an der Johanniswacht (sogar gleich zwei Mal in zwei Wochen). Erst als der Projektbericht veröffentlicht wurde, ist mir aufgefallen, dass dies das Aktionsgebiet ist. Vorgestiegen bin ich allerdings nur einen Weg der hier nicht zur Diskussion steht. Logischerweise kann ich daher keine Bewertung zu den einzelnen Vorschlägen abgeben. Stattdessen möchte ich aber die vielen Fragen stellen, die sich mir beim Lesen des Entwurfs zum Pilotprojekt Johanniswacht aufgedrängt haben.


In der Einführung heißt es, dass es Sinn dieser Projektgruppe ist, festzustellen ''wie diese [Wege] durch Nachrüstung von Sicherungsmitteln unter Wahrung der sächsischen Kletterregeln attraktiver gemacht können.'' Sollen die Sächsischen Kletterregeln tatsächlich gewahrt werden, dann ist doch Punkt 3.7 die einzige Möglichkeit. Wozu dann diese Projektgruppe? Begründet wird das von euch später: ''Insbesondere geht es darum, gezielt nach geeigneten Kletterwegen zu suchen und nicht wie bei der AGnR nur auf konkreten Antrag hin tätig zu werden.'' Wenn gerne Meinungsbilder eingeholt werden, warum wird dann nicht öffentlich über alle die Ringvorschläge abgestimmt? Wird eine signifikante Reaktion gemessen, könnte dies als konkreter Antrag für die AGnR gewertet werden. Auch wenn in der Projektbeschreibung ein Konflikt mit der AGnR abgewiesen wird, besteht er einfach. Es geht um nachträgliche Ringe. Auch die Entlastung durch den Vorstand ändert daran nichts.

Den — bezogen auf das Sächsische Klettern — einzigen Unterschied sehe ich in der Motivation für den geplanten Ring. Eben gerade die Systematik, mit der die Projektgruppe vorgegangen ist. Es wird beschrieben, dass akribisch geklettert, gezählt und recherchiert wurde. Die Mitglieder der Projektgruppe haben daher zwangsläufig eine völlig gegensätzliche Motivation den Weg zu beurteilen, als jemand, der von sich selbst, aus seinem Inneren heraus, diesen Weg begehen möchte. Und letzteres ist auch das was einen zur Überwindung von moralisch schwierigen Stellen führen kann; In meinen Augen ein sehr wichtiges — wenn nicht gar das wichtigste — Kriterium. Hierunter versteht sich natürlich auch der Tipp eines Freundes auf die Nachfrage nach Wegen, die diesen oder jenen Charakter haben, Empfehlungen eben.

Weiter heißt es: ''Dieses gezielte Überprüfen wurde bei der Umfrage von 57 % der Teilnehmer als möglicher Weg befürwortet und soll mit diesen beiden Projektgruppen auf praktische Umsetzbarkeit untersucht werden.'' Dann hat die Projektgruppe Johanniswacht doch mit Vorlage des Berichts ihr Ziel erreicht. Es ging nur um die Überprüfung der Umsetzbarkeit. Bis dahin würde die SBB-Umfrage die Projektgruppe Johanniswacht mit ihren 57 % zum gezielten Überprüfen auch stützen. Von einer Realisierung der Vorschläge ist dabei aber nicht die Rede. Ganz im Gegenteil: In der gleichen Frage, in der die Zustimmung zum gezielten Überprüfen ausgewertet wurde, gibt es nach der gleichen Logik eine Mehrheit von 68 % für den behutsamen Umgang mit nR. (Wobei hier die moralische Auswirkung eines nRs die Rolle spielt, nicht seine Form oder gar die Bezeichnung.) Inwiefern sind die Begriffe ''Systematik'' und ''Behutsamkeit'' in diesem Kontext äquivalent? Gutes Stichwort: eine Mehrheit von 60 % (bei 3 % Enthaltung) ist sogar gegen die systematische Nachrüstung mit nR. Ihr könnt doch solche wesentlichen Aussagen nicht einfach unterschlagen und nur das benennen, was in die gewünschte Argumentationsrichtung lenkt.

''Vorhandene, aber aufgrund der derzeitigen Sicherungssituation selten gekletterte Wege im mittleren Schwierigkeitsgrad werden durch Nachrüstung mit nachträglichen Ringen unter Wahrung der sächsischen Kletterregeln attraktiver gemacht.'' Woher wisst ihr, dass die Sicherungssituation der Grund für die wenigen Begehungen ist? Hat jeder, der die gelisteten Wege gern geklettert wäre, sich mit genau dieser Begründung an euch gewandt? Was bedeutet für euch überhaupt Attraktivität? Zeichnet sie sich durch hohe Kletterfrequenz aus? Also genau die Methode, mit der eingeschätzt wurde, welcher Weg ''verschönert'' wird?

Die Attraktivität eines Weges wird doch schon durch seine natürliche Anlage kanalisiert und nach der Begehung subjektiv Bewertet: ''Und, wie fandstes?'' Damit sollte doch gemessen werden: ''war scheiße'', ''schöner Weg'', ''schon moralisch'', ''muchtig'', ''luftige Kletterei'', ''Die müssen doch bei der Erstbegehung besoffen gewesen sein!'', ''da wusste ich erst gar nicht, wie das gehn soll'', ''Rathen halt'', … Natürlich dient das nicht als Ja/Nein Antwort auf die Frage nach einem zusätzlichen Ring. Es wird immer mindestens einen geben, der an dieser oder jener Stelle keine Ring geschlagen hätte; meist ist der sogar namentlich erwähnt.

Eine andere Frage, die sich mir beim Betrachten der Johannismauer aufdrängt und sich bei anderen Wegen an der Johanniswacht auch stellt: Ist nicht vielleicht auch das derzeitige Bild eines Weges Ursache für niedrige Begehungen? Möglicherweise wird er gar nicht als Weg wahrgenommen. Warum wird nach dem 19. November nicht erst mal drei Jahre gewartet und danach wieder gezählt? Ihr könnt doch sonst unmöglich sagen, was genau die Ursache für den Ansturm auf die Johanniswacht gewesen ist.

''Somit wird das Angebot an sportlich attraktiven Routen, die für einen Großteil der Kletterer mit kalkulierbarem Risiko kletterbar sind, erhöht.'' Hier geht es auf einmal nur noch um 'sportlich attraktive Routen'. Im Ernst, ist das nicht schon längst im ''sportlichen und kulturellen Zentrum des SBB'' geschehen? Gut, noch nicht ganz, wie Wido im MTB 1/2015 berichtet: ''[…] So saß ein frustrierter Spitzenkletterer im straffen Seil und trampelte mit dem Fuß mehrfach wütend auf einen Griff ein, bis dieser endlich zerbrach und sich die vielen feinen Splitter über den empfindlichen Fußboden verteilten. Darauf angesprochen erklärte er: 'Den braucht man sowieso nicht'.'' Hier mag es ein frustrierter Spitzenkletterer gewesen sein, aber was für eine Vorbildwirkung hat das auf Neulinge? Stellt euch vor, jemand trampelt im Quergang der Türkenkopf Südwand oder am Einstieg der Sechserturm Südkante so rum. Bei euch ist es der empfindliche Fußboden, am Fels ist es der Weg, der irreparabel leidet. Was wollt ihr den Leuten also beibringen?

Bei den drei Beispielen wird zu Atariastein, Nette Wand geschrieben: ''Der Weg besitzt schon einen nachträglichen Ring, ist also ohnehin nicht mehr in seinem Originalzustand.'' Dieser Satz hat mich maßlos aufgeregt. Dass dort auf Beschluss der AGnR (mit dem üblichen Prozedere) ein Ring steckt, ermächtigt euch doch nicht die bisherigen Prinzipien aufzugeben. Eurer Argumentation folgend könnte in alle !-Wege an der Johanniswacht mit nR und beliebig vielen Begehungen noch mehr Metall rein (z. B. im 3 m-Abstand), bei denen ist es ja sowieso egal (laut Umfrage interessiert sowiso nur 20 % der Kletterer die Geschichte eines Weges, darunter fällt für mich auch der Name). Welcher Weg ist denn mit einem nR noch im Originalzustand? Wenn ich mir so manche Wege in Schmilka, Rathen oder den Schrammsteinen ansehe, braucht man dazu nicht mal einen nR, es reichen schon genug Kletterer ohne Erfahrung mit Seilführung oder Tritt- und Griffgefühl.

Zum Schluss dieses Teils möchte ich kurz einige Hinweise und Fragen zu einer Realisierung geben bzw. stellen, auch wenn ich wie oben geschrieben die Umsetzung nicht herauslesen kann.

Zur Frage ''Ringe oder Ösen?'' Ringe, aber diese neuen nachträglichen Ringe (nnRs) müssten natürlich als solche erkennbar sein, schon vom Boden aus, z.B. durch andere Farbe/Form. Nicht nur in einem Weg; generell müssten sich sich von anderen Ringen und nachträglichen Ringen unterscheiden.
Wie sollten diese Ringe gesetzt werden? Darüber abseilen oder doch frei stehend mit Kronenbohrer? Mir scheint ehrlich, hier ist es nun wirklich egal.
Da sich durch nnR die Schwierigkeit ändern würde, müsste im Kletterführer weiterhin auch die bisherige Schwierigkeit stehen. Von mir aus kann dahinter der Zusatz ''(nnR IV)'' erfolgen.
Wenn überhaupt, dann hätte die Eintragung stets mit dem Zusatz ''nnR'' zu erfolgen, denn sie mindert offensichtlich den sportlichen Wert der Begehung. In keinem Falle dürfte, wie beim ''Ufo'', das nnR generisch werden.

An dieser Stelle endet meine Kritik zum Entwurf der Projektgruppe Johanniswacht. Die nun folgenden Gedanken beziehen sich nicht zwangsläufig das Pilotprojekt Johanniswacht. In jedem Falle sind sie aber das Ergebnis dessen gedachter Realisierung. Da ich mich zu meist auf Vermutungen stütze, kann dieser Teil nicht frei von Subjektivität sein, sie muss ihn gar dominieren. Wenn die ein oder andere Frage eine Diskussion anstößt, hätten die folgenden Absätze ihr Ziel schon mehr als erreicht.

Generell sehe ich den Drang der Masse, draußen Bedingungen wie in der Halle vorzufinden. Ursache ist meiner Meinung nach das gute Angebot an Kunstwänden in der Nähe. Klettern ist halt in geworden. Schön, aber ist es die Bewegung am echten Felsen auch? Also, warum dem Drang hier nachgeben? Wir dürfen das Angebot hier nicht der Nachfrage anpassen; uns gehören die Felsen nicht. Auch wenn noch nicht im 3 m-Abstand bohrt wird; ihr nähert euch halt langsam. In zehn oder zwanzig Jahren folgt dann möglicherweise die nächste Stufe und die Abstände werden wieder kleiner. Wie will der SBB in Zukunft reagieren, wenn die Masse weiter nach ''besser gesicherten'' Wegen im Sächsischen Fels schreit? Ich bin mir sicher, diese Forderung nach mehr davon wird zwangsweise auftreten. Das Legen von Schlingen und auch die Überwindung einen Weg einzusteigen gehören doch zum Sächsischen Klettern wie das ''Berg Heil!'' am Ende. Was ist denn sonst noch der Unterschied zur Halle? Ich hoffe doch nicht in Zukunft an der Johanniswacht durch eine eventuelle SBB-Mitgliedschaft 4,50 Euro weniger bezahlen zu müssen. Oder unterscheidet es sich im geheuchelten Naturerlebnis? Wie viel Natur bleibt denn noch, wenn der Mensch überall ist? Mit dem einem Eintrag in ein Buch ist der Unterschied sicher nicht gegeben, denn auch sowas gibt es inzwischen an Kunstwänden.

Verzicht, die Auseinandersetzung mit Fels, Weg und sich selbst; diese Worte passen halt nicht zum Zeitgeist alles immer schnell und ohne Mühe (oder mit monetärer Unterstützung) zu bekommen. ''Kletterhalle'' am Felsen, die Natur bei uns zu Gast?! Schade, denn das Gefühl endlich einen Weg, um den man Jahre herumgeschlichen ist, geklettert zu sein, das wird diesen Menschen doch verwehrt.

Die Relevanz dessen lässt sich auch sehr gut an sich selbst nachvollziehen: Ein Rissliebhaber, der über Jahre hinweg seine Technik entwickelt hat, sieht eine Wand doch ohnehin ganz anders als ein routinierter Wandkletterer. Insbesondere kann er sein Können und sein Sicherheitsgefühl in dieser Richtung einschätzen (''Bringe ich das?''). Ein Anfänger sollte daher tunlichst erstmal nachsteigen. Damit trainiert er auch sicheres, sauberes Treten und Greifen, die Bewegungsabläufe und Techniken. Automatisch wächst die Sicherheit in das eigene Können und sie bietet die Einschätzung durch den Mentor (''Das bringst'e.''). Außerdem gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit, den Aspiranten die Hintergründe des Sächsischen Kletterns nahezubringen und so diese bei jedem neu zu motivieren. Dass dieser Weg funktioniert zeigt sich doch an heranwachsenden Bergsteigern, die ihn gehen — man muss aber eben Zeit investieren, jedoch nie opfern.

Auch spreche ich den vielen Hallenbegeisterten die kritische Auseinandersetzung mit sich als Gast in der Natur ab. Wir sehen doch gerade sehr gut, was passiert, wenn jeder das Boofen für sich entdeckt: Scharen ziehen am Samstag Abend unter die Felsüberhänge und nehmen am Sonntag morgens wieder das Auto (im besten Falle noch den Zug) nach Hause. Ich frage mich ernsthaft, wie lange die Ranger das noch mit ansehen und große Gruppen nur zurück schicken. Genau das konnte ich am 11.8.2012 auf dem Rückweg vom Schwarzen Horn beobachten. Vorher fragte uns die unter anderem mit Klapp- und Liegestühlen bewaffnete Gruppe von etwa zwanzig Mann noch nach der Boofe. Publikationen wie Stiegenführer machen es der Masse leicht, die Zugänge zu finden. Naja, nicht ganz, am Fuße der Fluchtwand wurden wir neulich von einer sich in Stiegenmontur geworfenen Familie nach dem Einstieg der Rübezahlstiege gefragt. Soweit ich weiß, führt nur ein Kletterzustieg an der Fluchtwand entlang. Solchen Leuten kann man doch guten Gewissens nur den Weg nach Schmilka deuten. In so einem Buch kann man das Vorwort und die Naturschutzhinweise einfach überblättern. Das fällt schon deutlich schwerer, wenn man von Erfahrenen herangeführt wird. Das Argument zieht bei Kletterführern übrigens kaum, gerade aufgrund der Sicherungssituation! Wenn der SBB das ''Klettern im bisherigen Umfang'' zunehmend aufweicht, vielleicht sieht dann die NPV auch Handlungsbedarf.

Respektlos finde es auch den Erstbegehern und ihrer Leistung gegenüber, Wege ''anfängergerecht'' einzurichten und sich über sie (die Wege!) zu stellen. In den wenigsten Fällen kann man ihr Können mit Mitteln die eine damalige Begehung weitaus komplizierter und gefährlicher machten, noch nachvollziehen. Nur Wege mit ''geringe[r] kletterhistorische[r] Bedeutung'' sollen betrachtet werden. Dazu bedarf es vor allem erst mal einer Definition von ''kletterhistorischer Bedeutung''. Was bedeutet der Begriff überhaupt? Vielleicht ganz naiv einen Zeitraum, ''alles vor 1940'', ''alles älter als 50 Jahre''? Hängt es vom Erstbegeher, seiner Seilschaft, der Schwierigkeit oder nur von der Anlage des Weges ab? Oder definiert es sich durch außergewöhnliche, noch nie dagewesene Aktionen? Was heißt dann aber ''außergewöhnlich''? Nur das Gegenteil von ''gewöhnlich'' was ist dann ''gewöhnliche Kletterei''? Hätte die systematische Nachrüstung von Wegen mit nR im Sinne der PG Johanniswacht nicht auch eine kletterhistorische Bedeutung?

Ohne solche Aktionen befeuern zu wollen — davon halte ich absolut gar nichts — Gipfelbücher verschwanden schon für weit weniger. Nicht zu vergessen auch die Zeit, in der sie auf anderen Gipfeln wieder auftauchten.

Wer kann sagen, ob ein nnR nicht versetzt, geklaut oder ein einen anderen Weg geschlagen wurde? Die Veränderung der Felsoberfläche würde rapide zunehmen, wenn ständig nnRs geschlagen und geklaut werden. Es gibt noch genug aktive Ringzieher, die ihr Handwerk beherrschen. Ich kann mir vorstellen, dass der SBB mit der Realisierung solcher Projekte auch gut in die Ausbildung weiterer investiert. Wie schon oft gesagt, es ist die Motivation, die den Unterschied macht.

Zum Ende hin muss ich einen weiteren Punkt ansprechen: Ihr beruft euch gern auf die SBB-Umfrage. Ich habe das in meinem Text auch gemacht, dazu ist sie ja auch da. Im Befragungszeitraum, als sich das ''Vereinszentrum'' also noch im Bau befand, waren sicher viele der Befragten sächsische Bergsteiger. Nach dem Bau der Kletterhalle erreicht ihr auch sehr leicht Kletterer, die fast nur die Halle kennen (insbesondere bei einer Umfrage im Winter/Frühjahr). Dies gilt es bei weiteren Umfragen zu beachten.


Johannes Höntsch und Tobias Fechter
PS: Wie wäre es eigentlich mit einem Pilotprojekt im Sinne von Punkt 5.3 der Sächsischen Kletterregeln? Ich kann mir vorstellen, dass der Rauenstein und diverse Steinbrüche (z. B. bei Pirna) dafür ganz gut geeignet sein könnten. Für letzteres hättet ihr nach der Befragung sogar 82 % Zustimmung — eine Akzeptanz, die nirgendwo sonst zustande kam.



Anmerkung: Der folgende Punkt war nicht Teil der dem SBB gesendeten Stellungnahme, sondern einer Mail an einen Freund Mitte Januar 2017. Ich halte es aber für wichtig, ihn hier hinzuzufügen, weil er meines Erachtens bis jetzt kaum Beachtung fand.
''Nur dort, […] oder wo zur Einrichtung einer verlässlichen Sicherung Kenntnisse und Erfahrungen notwendig sind, die man bei einem Vorstieg in diesem Schwierigkeitsgrad nicht erwarten kann, wurde die Installation eines nachträglichen Ringes vorgeschlagen.'' In Regel 5.5 heißt es: ''Der Schwierigkeitsgrad eines Kletterweges gibt den zur Durchsteigung erforderlichen Aufwand an klettertechnischem Können und Kraft unter normalen Bedingungen an. […]'' In den Hinweisen zum Gebrauch des Kletterführers steht außerdem: ''Der Schwierigkeitsgrad wird immer nach der schwierigsten Stelle bzw. nach der Häufigkeit schwieriger Stellen eines Aufstieges und deren Absicherung festgelegt.'' Der Zusatz mit der Absicherung war für mich bisher selbstverständlich und spiegelt sich für mich auch im ''klettertechnischen Können'' wieder. Eine V ist ja auch was anderes als eine !V oder VI. Wenn also dann die breite Masse der Meinung wäre, dass die Schwierigkeit nicht dem angegebenen Grad entspricht, kann man natürlich den Weg auf die Schwierigkeit anpassen, man könnte aber auch den Schwierigkeitsgrad dem Weg anpassen.


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