Juli 2017 - Geplantes Vorgehen zum Umsetzen des Projekts

Nachdem der Vorstand des SBB bereits auf seiner turnusmäßigen Sitzung Anfang Juni 2017 beschlossen hatte, das Projekt Johanniswacht gemäß dem Ergebnis des Mitglieder-Votums umzusetzen, wurde gut einen Monat später Anfang Juli 2017 auf der Vereins-Website eine Stellungnahme veröffentlicht, welche das weitere Vorgehen differenzierter beschreibt.
Wie so oft bedarf auch diese Veröffentlichung der Vereinsführung einer kritischen Reflektion. Dies soll hier geschehen:

"(...) aber auch fortwährender Kritik einiger Bergfreunde auf der anderen Seite (...)"
Die inhaltlich unverändert berechtigte Kritik an vielen Aspekten des Projekts wird mit diesem Teilsatz auf die (wie auch immer geartete) Meinung "einiger Bergfreunde" (sprich: Querulanten) reduziert. Was für eine treffliche Diffamierung!

"mit der Umsetzung (...) beauftragt, soweit es sich um die Kletterwege handelt, die in der Projektliste (Stand 06.02.2017) alle KER-Kriterien erfüllen (25 Kletterwege)"
Alle KER-Kriterien erfüllt werden laut genannter Liste (PP-JW 1.1; Pdf) lediglich von acht Wegen des Projekts. Dabei noch liegt die Beurteilung zur Erfüllung der Kriterien bei der Projektgruppe selbst (siehe auch hier; siehe auch beispielhaft die Sicherungssituation in Fritziturm-Gelbe Variante (="alle KER-Kriterien erfüllt")).
Würde man nur die Wege zählen, welche in der Spalte "KER-Kriterien erfüllt" grün markiert sind, käme man auch nicht auf 25 (siehe z. B. Mauerblümchen-AW, welcher durch den vorgesehenen nR für "Aus Trotz" auch einen nR erhalten würde). Derlei Feinheiten zu beachten, zählte offenbar von Beginn an nicht zu den Kernkompetenzen der PGP.

"Im Übrigen (17 Kletterwege, die nicht alle KER-Kriterien erfüllen) erfolgt die Umsetzung des Projektes nach Abschluss eines vom Landessportbund begleiteten Streitschlichtungsverfahrens zwischen Kritikern und Befürwortern des Projektes."
Wie bereits oft angesprochen verpasste die Vereinsführung, eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe vor einem Beschluss zum Projekt zu ermöglichen. Alle nachträglichen Versuche können nur dem Aufkehren der Scherben dienen. Was soll mit einem Verfahren zur Streitschlichtung erreicht werden, wenn unbesehen dessen bereits das weitere Vorgehen feststeht?

"Wichtig für die gewollte Schaffung von attraktiven, für den sächsischen Vorstieg auch für Kinder und Jugendliche, Gebietsneulinge und Gelegenheitskletterer geeigneten Kletterwegen im Bereich IV-VIIc ..."
Gibt es unter den gut 22000 Kletterwegen in der Sächsischen Schweiz dermaßen wenige Kletterwege, die diesen genannten Kriterien entsprechen, dass es der Vereinsführung wert ist, bei allen aufgetretenen Missständen auf Biegen und Brechen ein paar Handvoll solcher Kletterwege zusätzlich zu etablieren? Was taten Kinder und Jugendliche, Gebietsneulinge und Gelegenheitskletterer bisher?
Quo vadis SBB?


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