März 2014 - "Zukunftskongress" des SBB

Der Zukunftskongress des SBB am 8. März 2014 befasst sich unter anderem mit einer ersten öffentlichen Auswertung der Umfrage (Pdf) sowie in drei Themenblöcken mit aktuellen Themen Sächsischen Kletterns.
In Themenblock 1 mit dem suggestiven Titel "Mehr Sicherheit an Sächsischen Kletterwegen" gibt es kontroverse Diskussionen. Der Initialvortrag vom Leiter der AG Modernes Sächsisches Klettern Matthias Werner steht unter dem Motto: Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. (Pdf). Der Titel des Vortrags will den Eindruck erwecken, dass man das Sächsische Klettern verändern müsse, so man es erhalten wolle. Dieser Denkansatz wird im Verlauf des Prozesses Pilotprojekt Johanniswacht oft wiederkehren.
Die angedachten Veränderungen sollen im wesentlichen nichts weiter als zusätzliche fixe Sicherungsmittel in bislang vermeintlich "schlecht" gesicherten Kletterwegen mittlerer Schwierigkeiten (ca. IV bis VIIc) sein. Dabei bezieht sich Matthias Werner bereits auf die Ergebnisse der Umfrage (Pdf).
Die meisten Anwesenden, die in diesem Schwierigkeitsbereich unterwegs sind, wiedersprechen dem allerdings und betonen, dass sie froh sind, dass Sächsisches Klettern auch hohe psychische Anforderungen enthält. Anwesende, die sich für deutlich verbesserte Sicherung in Kletterwegen mittlerer Schwierigkeiten aussprechen, sind anerkannterweise zumeist in höchsten Schwierigkeitsgraden zu Hause, sie können also beim Thema nicht für sich sprechen. Ein Teilnehmer der Diskussion bringt es auf den Punkt: "Ich weiss nicht woraus die dieses Konzept auf Basis der Diskussionen dort ableiten. Ich entsinne mich, das so gut wie alle anwesenden, aktive Kletterer im gefürchteten Bereich 4-7a das nicht wollten. Das waren nur die Hardmover die für die "anonyme Masse" gesprochen haben" (kein Link, da aus einem geschlossenen Forum).
Zum Abschluss der Diskussion versteigt sich ein anwesender Gast vom DAV aus München (Andi Dick) zu wirren Behauptungen: Er könne nicht verstehen, warum die traditionalistischen Sachsen so verbohrt sind und selbst ihren Kindern und Enkeln eine "gesündere" Absicherung ihrer Klettereien verwehren wollen. Offenbar erfüllte die Gesprächsrunde nicht die Erwartungen Andi Dicks. Seine Entgleisungen nötigen den sichtlich aufgebrachten Ehrenvorsitzenden des SBB Dr. Ulrich Voigt dazu, unmittelbar anschließend das Wort zu ergreifen, Andi Dick in die Schranken zu verweisen und seine Unterstellungen energisch zurückzuweisen.
Als Ergebnis steht auf der SBB-Website: "Insgesamt konnte in diesem Workshop leider wenig Konsens gefunden werden. Es gibt Teilnehmer, die den Status Quo fixieren wollen und andere, die eine Weiterentwicklung als wichtig für die Zukunft des Sächsischen Bergsteigens erachten. Trotzdem waren alle Teilnehmer der festen Überzeugung, dass die Sächsische Klettertradition bewahrt werden soll."
Obwohl keine klare diesbezügliche Aussage getroffen werden kann, wird auch der Zukunftskongress als Argument (S. 1; Pdf) herangezogen, die Bergsportentwicklung 2014-2017 (auch hier (Pdf)) mit ihren Projektgruppen (u. a. Projektgruppe Pilotprojekt) ins Leben zu rufen.


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