Sommer 2013 - Umfrage

Mithilfe einer von Anfang an stark umstrittenen "Umfrage" wurden scheinbare "Fakten" (Pdf) geschaffen (je nachdem, wie man die Umfrage wissenschaftlich akzeptiert bzw. deren Ergebnisse interpretiert).
Die Umfrage beinhaltet etliche Schwächen, die auch ihre Macher eingestehen. So gibt es teilweise unausgewogene Antwortmöglichkeiten (im Sinne von 'viel ja' - 'normal ja' - 'wenig ja' - 'nein') sowie etliche Suggestivfragen, deren Formulierungen offensichtlich auf zu erwartende (gewünschte?) Ergebnisse hinzielen.
Auch erweckt der Vereinsvorstand den Anschein, die Arbeit und den Geist des Vereinslebens von den Ergebnissen der Umfrage unberührt zu lassen, wenn er schreibt: "Geltendes Recht bleibt vom Ausgang dieser Umfrage unberührt. Eben so wenig werden die Vereinsziele des SBB durch diese Umfrage zur Disposition gestellt." ("Umfrage zum Klettern in der Sächsischen Schweiz"; S. 1; Pdf).
Auf der SBB-Website steht zur Umfrage: "Bitte beachtet: es handelt sich um eine Umfrage, nicht um eine Abstimmung". Später werden die Ergebnisse sehr wohl als aus einer Abstimmung abgeleitete Aufträge interpretiert werden.
Der 2013 amtierende Vorstand für Bergsteigen schreibt unter anderem am 24. Juni 2013 auf Facebook: "Für alle, denen das Klettern in der Sächsischen Schweiz am Herzen liegt. Bitte beteiligt euch an der Umfrage. Sie ist sicher ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Bitte teilen!" und am 23. September 2013 (also kurz vor Ende der Umfrage) ebenda: "Die letzte Woche beginnt. Bitte nochmal alle Sachsen Fr ein de aktivieren. Das ist die Chance!!" - beide Male mit Link zur Umfrage.
Der zu dieser Zeit amtierende Leiter der AGnR Tino Tanneberger schreibt im Mitteilungsblatt des SBB (MTB) 2/2014 auf Seite 42: "Diese „Klassiker“ sind im Verhältnis zur Gesamtzahl der Routen im sächsischen Sandstein sicherlich der geringste Teil. Vielleicht schaffen sie gerade so die Fünf-Prozent-Hürde, aber  durch Schützen dieser Wege kann die Tradition gewahrt werden. Bei den anderen Wegen kann einer behutsamen Entwicklung Raum gegeben werden". Tino Tanneberger steht auf der Website des SBB im Frühjahr 2017 aufgezählt unter "Wir unterstützen das Projekt und bitten euch um euer „Ja“ für dessen Umsetzung."
Es liegt der Verdacht nahe, die Umfrage wurde als geeignetes Werkzeug gewählt und gestaltet, um den aufkeimenden Wünschen nach Veränderung hin zum Mainstream (z. B. "Familien-Wohlfühlzone Bielatal") Legitimation verschaffen zu können.
Laut Satzung des SBB wird sein Vereinszweck insbesondere verwirklicht durch "die Erhaltung, Pflege und Förderung der sächsischen Kletterregeln und der sächsischen Kletterethik" (§ 3c). Es finden sich in diesem Zusammenhang keine Begriffe wie 'Veränderung', 'Anpassung' oder ähnliche.


zurück zur Chronologie